Bußgeldbescheid

Bußgeldbescheid

Die stetig zunehmende Verkehrsdichte und der damit  einhergehende Anstieg der Gefahren im Straßenverkehr veranlassten den  Gesetzgeber, die Bußgelder für Verkehrsverstöße drastisch anzuheben. Seit dem  1. Februar 2009 gilt der neue Bußgeldkatalog. Insbesondere für  Geschwindigkeitsüberschreitungen, Abstandsverstöße sowie Fahrten unter  Alkoholeinfluss bzw. Drogen sind die Sanktionen erheblich verschärft worden.  Neben Bußgeldern drohen dem Betroffenen unter Umständen zusätzlich die  Eintragung von Punkten im Verkehrszentralregister (ab einem Bußgeld von 40 EUR)  und ein Fahrverbot von einem bis zu drei Monaten.

Umso wichtiger ist es, rechtzeitig mit anwaltlicher Hilfe  den Erlass eines Bußgeldbescheides zu verhindern bzw. sich gegen einen bereits  erlassenen Bußgeldbescheid zu verteidigen; und zwar nicht nur bei einem  drohenden Fahrverbot. Auch die Punkte in Flensburg, die heute noch als  hinnehmbar erscheinen, können sich schon morgen, wenn weitere Punkte  hinzukommen, als Stolperfalle entpuppen.

Das sollten Sie beachten:

Vor Erlass eines Bußgeldbescheides muss jedem Betroffenen  zunächst die Möglichkeit gegeben werden, sich zur Sache zu äußern. Hierzu wird  üblicherweise – falls der Verkehrsteilnehmer nicht bereits am Tatort angehalten  wurde – ein Anhörungsbogen übersendet. Schon an dieser Stelle des Verfahrens  werden aus Unwissenheit häufig Fehler gemacht. Es kann nur jedem Betroffenen  dringend geraten werden, keine Angaben zur Sache zu machen. Als  Betroffener hat man aus guten Gründen das Recht, sich nicht zur Sache zu  äußern. Dieses Recht sollte unbedingt in Anspruch genommen werden. Machen Sie  also lediglich die gewünschten Angaben zu Ihrer Person – hierzu sind Sie  verpflichtet – und suchen Sie sodann umgehend einen Rechtsanwalt auf ohne zu  dem Vorwurf Stellung zu nehmen!

Ihr Rechtsanwalt wird zunächst Akteneinsicht beantragen um  das Bußgeldverfahren auf Fehler zu überprüfen und die Strategie für eine Verteidigung und die Erfolgsaussichten auszuloten. Erst danach wird er für Sie  eine Einlassung abgeben.

Einspruch einlegen

Sobald ein Bußgeldbescheid erlassen wurde, ist Eile  geboten. Gegen den Bußgeldbescheid kann nämlich nur innerhalb von zwei Wochen seit seiner Bekanntgabe Einspruch eingelegt werden. Wird diese Frist versäumt,  ist in der Regel eine erfolgversprechende Verteidigung nicht mehr möglich. Wer  nicht schon vor Erlass des Bußgeldbescheides einen Anwalt konsultiert hat,  sollte dies spätestens jetzt nachholen. Ihr Rechtsanwalt wird für Sie den  Einspruch einlegen.

Gerichtsverhandlung

Nach dem Einspruch wird es in der Regel zu einer  Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht kommen, in der die Rechtmäßigkeit des Bußgeldbescheides überprüft wird. Je nach Sachlage sollte das realistische Ziel  der Verteidigung bestimmt werden. Wenn ein Freispruch von vornherein nicht in Betracht kommt, kann zumindest versucht werden, die Geldbuße zu reduzieren oder die Aufhebung des Fahrverbots zu erreichen.

In jedem Fall gilt: Eine erfolgversprechende Verteidigung im Bußgeldverfahren ist nur möglich, wenn Sie einen kompetenten Anwalt mit der  Vertretung Ihrer Interessen beauftragen. Dieser ist mit den Verfahrensfragen vor Gericht und gegenüber den Behörden vertraut. Ihm sind Fehlerquellen bekannt, die immer wieder bei Geschwindigkeits-, Abstands- und Rotlichtmessungen vorkommen. Er kennt die Mittel, mit denen sich beispielsweise ein Führerscheinentzug umgehen lässt.

 

 

 

 

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