Entschädigung bei Flugverspätung

FlugticketIm Falle einer Flugverspätung von mehr als drei Stunden (tatsächliche Ankunftszeit im Vergleich zur planmäßigen Ankunftszeit) haben Fluggäste in der Regel einen Entschädigungsanspruch gegen die Fluggesellschaft. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) bereits mit Urteil vom 19. November 2009 (Az. C-402/07 und C-432/07) entschieden. Die Höhe des Anspruchs richtet sich im Wesentlichen nach der Länge der Flugstrecke.

In einem Rechtsstreit vor einem österreichischen Gericht hatte ein Kläger eine Entschädigung in Höhe von 250,00 Euro gegen die Fluggesellschaft Germanwings (jetzt: Eurowings) eingeklagt mit der Begründung, dass das Flugzeug mit einer Verspätung von mehr als 3 Stunden am Zielort angekommen sei. Die Fluggesellschaft verteidigte sich mit dem Argument, das Flugzeug habe im Zeitpunkt der Landung, also des Aufsetzens auf der Landebahn, lediglich 2:58 Stunden Verspätung gehabt, sodass ein Entschädigungsanspruch ausscheide.

Das österreichische Gericht hat die Frage, welcher Zeitpunkt für die Berechnung der Ankunftsverspätung maßgeblich ist, dem EuGH zur Entscheidung vorgelegt.

Der EuGH hat heute entschieden (Urteil vom 4. September 2014, Az. C-452/13), dass der Begriff „Ankunftszeit“, der verwendet wird, um das Ausmaß der Verspätung zu bestimmen, der Moment ist, in dem mindestens eine der Flugzeugtüren geöffnet wird, sofern den Fluggästen in diesem Moment das Verlassen des Flugzeugs gestattet ist.

In dem entschiedenen Fall betrug die Verspätung in diesem Zeitpunkt mehr als 3:02 Stunden. Der Kläger wird die Entschädigung also erhalten.

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